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Letzte Aktualisierung:

30.05.2007

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...Zeit für einen Schwank aus dem Leben

Mein erster Klettertag - ein kleiner Schwank

Es ist 7 Uhr morgens, der Wecker klingelt, draußen Nebel, Nieselregen, ein hastiges Frühstück und los !
Ich fahre mit dem Fahrrad die 15 km nach Heidelberg. Die Strassen sind wie ausgestorben, wir haben Weihnachten 1985.

Erst am Vorabend habe ich von den Klettermöglichkeiten im heimischen Odenwald erfahren, da lag doch tatsächlich ein entsprechender Kletterführer unterm Weihnachtsbaum ! Die Alpen kannte ich schon ein paar Jahre, dass man dort wohl gut klettern könne, war mir klar, doch im Odenwald ?!.

Nach einer knappen Stunde war ich da, ca. 100 m über der Altstadt von Heidelberg, hier irgendwo muss er sein. Es ist totenstill, Sichtweite vielleicht 30 m, plötzlich ragt jäh vor mir eine glatte Felswand empor, triefend nass, mauerglatt, unnahbar. Mir erscheint es unmöglich da rauf zu kommen. Doch da entdecke ich erste Haken. Ich stehe vor dem oberen Riesenstein, den eigentlichen Boulderblock, an dem schon Richard Mühe und der legendäre Reinhard Karl ihre ersten Kletterversuche machten, entdecke ich erst Wochen später.

Meine ersten ernsthaften Kletterversuche mach ich im Frühjahr 1996. Es ist mir klar, dass das mit dem Klettern alleine so nicht geht, ein Kletterpartner muss her!

Also spanne ich kurzerhand meiner kleinen Schwester ihren ersten Freund aus. Unsere ersten Gurte basteln wir uns noch selbst aus alten Autosicherheitsgurten. Ein Hanfseil organisieren wir uns auf einer Baustelle, ebenso zwei Helme, einen Karabiner und eine Art Reepschnurschlinge.

Somit bestens ausgerüstet machen wir uns euphorisch auf in Richtung Schriesheimer Steinbruch. Den zum Sichern notwendigen HMS-Knoten lernen wir aus einem Buch. Da unser einziger Karabiner als Zwischensicherung in der Wand benötigt wird, fädle ich das Seil als HMS direkt durch die Reepschnurschlinge, die uns am Einstieg als Standplatzsicherung dient und steige mit meinen klobigen Bergstiefeln in die Wand ein. Nach sechs Metern erreiche ich den ersten Haken und ruhe mich erst einmal aus.

Diese meine erste Kletterroute bin ich damals als 15 jähriger übrigens nicht hoch gekommen und mir ist klar, dass wir damals in der Naivität unserer Sturm- und Drangphase mehr als nur einmal Glück gehabt haben.

 

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